Wie das mit mir losging...

Mai 1998 wurde es mir verdammt schwer gemacht, auf diese Welt zu kommen.9 Monate war alles ganz prima. In Mamas Bauch war es ruhig und gemütlich. Ende April war der Auszugstermin gekommen.Richtig wohl fühlte ich mich nicht mehr, war  ziemlich Müde. Aber raus ging´s auch nicht richtig. Im Krankehaus haben sie  zwar dies und das untersucht und versucht, meine Geburt in Schwung zu bringen, was nicht gelang. Nachdem Mama mit mir schon drei Tage da war, ging´s mir auf einmal gaaanz schlecht. Der Mutterkuchen hatte sich gelöst! Nur gemerkt hatte es keiner, denn Mama wurde schlafen geschickt! Na gut, die hat´s dann schon noch gemerkt, nur war der Weg zum Kreissaal weit und bis die mich durch den grossen Schnitt aus Mamas Bauch herausgeholt haben, war ich eigentlich schon Mausetot.Die anderen Ärzte haben mich dann noch mal auf die Erde zurückgeholt. Glück gehabt! (obwohl Till Eulenspiegel sagt: "Wer kein Unglück hat, der braucht auch kein Glück!")  Leider fehlen mir seitdem ein paar Hirnzellen. Das macht das Lernen verdammt  schwierig. Mit Hilfe von Mama, Papa, ganz vielen Therapeuten (gute und weniger gute)  und meiner Anstrengung habe ich das eine oder andere gelernt. Na gut, Essen will ich nicht und Sitzen und Laufen geht auch nicht, aber man kann nicht alles haben...

Papa sagt, anfangs war ich auch  Nachts supernervend, hätte nie vor halb Eins geschlafen. Heute klappts mit dem Einschlafen auch nicht so toll, habe immer so blöde Zuckungen, dann muss ich ganz doll weinen.

Mit 3 kam ich in den Kindergarten. Endlich mal was mehr los als zu Hause! Und ganz viele liebe Freunde habe ich da kennengelernt.

Seit ich 2 Monate alt bin, halte ich von  selber essen überhaupt nichts mehr. Was haben Mama, Papa und jede Menge Therapeuten alles versucht. Anfangs Fütterversuche, dann mit sogenannten Psychologen in einem speziellen Zentrum. Seit 2005 habe ich noch drei Versuche hinter mir. Über die Sonde habe ich nichts mehr bekommen. Jedesmal ging es mir total schlecht: gar nix im Bauch hab´ich icht vertragen, hab´dann noch mehr erbrochen, bis auch der letzte Tropfen Flüssigkeit raus war. Dann musste ich ins Krankenhaus: das war ganz schön knapp! 

2004 begann für mich: "der Ernst des Lebens" (blöder Spruch!) Seit September bin ich in der  Schule für Geistigbehinderte in Brühl. Jetzt in der M2.

Mein grösster Wunsch ging in Erfüllung: schwimmen mit den Delfinen: Anfang Juni 2005 startete ich mit Mama, Papa und meinem kleinen Bruder in Richtung Süden: Mit einem kleinen Umweg über Palma flogen wir mit AirBerlin von Köln/Bonn nach Alicante. Wir fuhren mit dem Leihwagen nach Benidorm: was für eine hässliche Stadt! Aber egal: es war warm aber nicht zu heiß.Und schon bei der Anreise lernten wir die ersten "Mitschwimmer" kennen.  Papa und Niklas waren schon am ersten Abend im Hotel-Pool. Am Sonntag haben wir uns dann auf  den Weg ins Mundomar gemacht. Welcher Kontrast zur Stadt: Die Betreiber haben einen wunderschönen Tierpark in den Berg gebaut: Mama und Papa kamen ganz schön ins Schwitzen, wenn sie mich den Berg raufgeschoben haben. Für einen Tierpark ungewöhnlich: überall erklang Musik aus den Büschen... und ein wenig feucht wurde es auf den tropischen Wegen auch: Ventilatoren pusteten Wasser auf den Weg. Oben angekommen, konnte ich endliche meine neuen Freunde sehen: Das Delfinarium liegt ganz oben auf dem Hügel. Für heute musste ein erste Blick ins Becken genügen! Am Montag ging es dann wirklich zur Therapie. Erst mal in den Neopren-Anzug gequetscht und dann war ich auch schon ganz schnell im Wasser. Eine halbe Stunde dauert nomalerweise eine Therapie-Einheit. 10 Minuten Begrüssung und Bewegung im Wasser, 10 Minuten lernen: und wieder 10 Minuten schwimmen und verabschieden. Branko hat mir gezeigt wie ich die Delfine rufen kann: einfach mit der flachen Hand leicht aufs Wasser schlagen: wenn das für mich nur so einfach gewesen wäre. Aber ich habe es trotzdem geschafft! Mama durfte am letzten Tag mit rein. Es war für uns beide ein wunderschönes Erlebnis. Mir hat es sehr viel gebracht

2006 hatte ich das Glück, am “Auf die Beine Programm” teilnehmen zu dürfen. Das war stark (meine Muckis sind es zumindest geworden) Und prima schlafen konnte ich. Jetzt fehlt mir das Galileo sehr....

2007 durfte ich endlich wieder zu meinen Delfinen: nach Kemer in die Türkei. Meine tierischen Therapeuten waren Lucky, Ice und Green. Diesmal waren wir zwei Wochen da. 

Dann hat es wieder zwei Jahre gedauert, bis die Spenden für eine neue Reise ausgereicht haben. Im Juni 2009 startete unsere Reise von Düsseldorf nach Dalaman. Mit dem Kleinbus ging es ins Hotel nach Marmaris, wo wir spät Abends ankamen. Am zweiten Tag wurden wir von den netten Praktikantinnen begrüsst. Da war ich schon ganz gespannt auf die Delfine. Deshalb konnte ich auch gar nicht unser erstes Treffen abwarten und ich bin schon mal “spinksen” gegangen wo Daisy, Frosia, Splash und Flip leben.